Logopädie

„Die gan­ze Kunst der Spra­che besteht dar­in, ver­stan­den zu wer­den!“

Kon­fu­zi­us

Der Groß­teil unse­rer Arbeit ist die Behand­lung von Kommunikations­störungen bei Kin­dern. Dane­ben the­ra­pie­ren und bera­ten wir auch Jugend­li­che und Erwach­se­ne; Unfall­op­fer nach Schä­del- oder Hirn­ver­let­zun­gen, sowie Pati­en­ten mit inter­nis­ti­schen und neu­ro­lo­gi­schen Erkran­kun­gen.

Zu guter Letzt coa­chen wir Sprech­pro­fis; Berufs­tä­ti­ge, die auf­grund ihrer Tätig­keit auf eine gesun­de und wir­kungs­vol­le Stim­me ange­wie­sen sind.
Als Logo­pä­dIn­nen ver­fü­gen wir sowohl über medi­zi­ni­sche, neu­ro­lo­gi­sche und sprach­wissen­schaftliche, als auch über psy­cho­lo­gi­sche und päd­ago­gi­sche Kennt­nis­se.

Unse­re Auf­ga­be ist die Dia­gnos­tik, Behand­lung und Prä­ven­ti­on von Sprach-, Sprech- und Stimm­auffälligkeiten sowie Hör- und Schluck­störungen, wel­che orga­nisch, funk­tio­nell oder psy­chisch bedingt sein kön­nen.

Verzögerte Sprachentwicklung bei Kindern

Vie­le Eltern sind ver­un­si­chert: Auf eine Pha­se der Sor­ge auf­grund der ver­zö­ger­ten Ent­wick­lung und der damit einher­ge­henden Kommunikations­auffälligkeiten folgt häu­fig eine schwer ver­ständ­li­che Dia­gno­se des Kin­der­arz­tes.

Bei Loge­no® erhal­ten Sie die not­wen­di­ge umfas­sen­de Bera­tung und indi­vi­du­el­le Hil­fe­stel­lung, um die Situa­ti­on bes­ser zu ver­ste­hen.

Gleich­zei­tig stim­men wir die therapeu­tischen Maß­nah­men indi­vi­du­ell auf die Situa­ti­on Ihres Kin­des ab. In der Regel erlebt Ihr Kind die The­ra­pie als spiele­rische Abwechs­lung. Wir arbei­ten eng mit Ihnen zusam­men und infor­mie­ren Sie fort­lau­fend über die Ent­wick­lun­gen und Anpas­sun­gen der The­ra­pie.

Wir bera­ten Erzie­he­rIn­nen, Leh­re­rIn­nen, Schau­spie­le­rIn­nen und Sän­ge­rIn­nen im Umgang mit der hohen Belas­tung ihrer Stim­me.

Jugendliche und Erwachsene

Wir behan­deln funk­tio­nel­le Auf­fäl­lig­kei­ten im Bereich der Schluck­mo­to­rik, Rede­fluss­auffälligkeiten sowie Stimm­beeinträch­tigungen nach Ver­let­zung, Krank­heit oder Ope­ra­ti­on.

Beratung und Coaching

Wir bera­ten Erzie­he­rIn­nen, Leh­re­rIn­nen, Schau­spie­le­rIn­nen und Sän­ge­rIn­nen im Umgang mit der hohen Belas­tung ihrer Stim­me.

Weiterhin kommen zu uns:

  • Säug­lin­ge und Klein­kin­der mit ange­bo­re­nen Fehl­bil­dun­gen im Gesichts­be­reich, mit zen­tral-moto­ri­schen Kör­per­be­hin­de­run­gen oder ange­bo­re­nen Hör­stö­run­gen
  • Klein­kin­der und Schul­kin­der mit Auf­fäl­lig­kei­ten des Sprach­er­werbs bzw. der Arti­ku­la­ti­on oder mit Lese-Recht­schreib-Schwä­che und Dys­kal­ku­lie (Rechen­schwä­che)
  • Kin­der und Jugend­li­che mit funk­tio­nel­len Auf­fäl­lig­kei­ten im Bereich der Schluck­motorik
  • Berufs­tä­ti­ge mit Stimm­beein­träch­tigungen nach Ope­ra­tio­nen (z.B. Stru­ma-OP) und hoher stimm­li­cher Belas­tung wie Erzie­he­rIn­nen, Leh­re­rIn­nen, Schau­spie­le­rIn­nen und Sän­ge­rIn­nen
  • Kin­der, Jugend­li­che und Erwach­se­ne mit Auf­fäl­lig­kei­ten im Rede­fluss, z.B. Stot­tern oder Pol­tern
  • Kin­der, Jugend­li­che und Erwach­se­ne mit Hör­stö­run­gen und Hör­ge­rä­te-Ver­sor­gung bzw. Coch­lea-Implant
  • Jugend­li­che und Erwach­se­ne mit Schä­del- oder Hirn­ver­let­zun­gen, z.B. nach Ver­kehrs­un­fäl­len
  • Erwach­se­ne mit inter­nis­ti­schen und neu­ro­lo­gi­schen Erkran­kun­gen wie z.B. Schlag­an­fall, Mor­bus Par­kin­son, Cho­rea Hun­ting­ton, Mul­ti­pler Skle­ro­se, ALS
  • Erwach­se­ne nach Kehl­kopf­ope­ra­tio­nen

Unser gesamtes Leistungsspektrum in der Logopädie erfahren Sie hier:

Auffälligkeiten im Kindesalter

Sprachentwicklungsverzögerung (SEV), Sprachentwicklungsstörung (SES), Sprachentwicklungsbehinderung (SEB)

Beeinträchtigungen der Sprachentwicklung

Bei die­ser Art von Auf­fäl­lig­kei­ten sind min­des­tens drei von vier Sprach­bereichen nicht alters­ge­mäß ent­wi­ckelt. Hier­zu zäh­len die Arti­ku­la­ti­on (Aus­spra­che), der Wort­schatz, die Gram­ma­tik und das Sprach­ver­ständ­nis.

Wei­ter­hin kann die prag­ma­tisch-kom­mu­ni­ka­ti­ve Ebe­ne betrof­fen sein, eine, der Situa­ti­on und den sprach­li­chen Anfor­de­run­gen ange­pass­te Ver­wen­dung von Spra­che. Außer­dem tre­ten häu­fig Ein­schrän­kun­gen in der visu­el­len, audi­tiven oder tak­til-kin­äs­the­ti­schen Wahr­neh­mung oder der Grob- und Fein­mo­to­rik auf. Man unter­schei­det in:

Sprach­ent­wick­lungs­ver­zö­ge­rung (SEV)
Sie beschreibt eine zeit­li­che Abwei­chung vom regel­haf­ten Sprach­er­werb, weicht jedoch inhalt­lich nicht von dem eines regel­recht ent­wi­ckel­ten Kin­des ab. Man sagt auch, die Sprach­ent­wick­lung des Kin­des ist „har­mo­nisch“ ver­zö­gert.

Sprach­ent­wick­lungs­stö­rung (SES)
Hier­bei tritt neben der zeit­li­chen auch eine inhalt­li­che Abwei­chung vom Sprach­er­werb auf. Dabei kön­nen die ver­schie­de­nen Sprach­ebe­nen unter­schiedlich stark betrof­fen sein.
Der Begriff „Sprachentwicklungs­störung“ beschreibt somit Feh­ler im Erwerb sprach­li­cher Struk­tu­ren, die von den Feh­lern im unge­stör­ten Erwerb der Spra­che abwei­chen.

Spra­chen­wick­lungs­be­hin­de­rung (SEB)
Von die­ser Form der Auf­fäl­lig­keit spricht man, wenn der Sprach­er­werb in sei­nem nor­ma­len Ver­lauf behin­dert wird, z. B. durch eine geis­ti­ge oder kör­per­li­che Behin­de­rung, eine Hör­stö­rung, Lern­behinderung oder Syn­dro­me.
Zumeist wird davon aus­ge­gan­gen, dass eine alters­ge­rech­te Spra­che nur unzu­reichend und mit gro­ßer zeit­li­cher Ver­zö­ge­rung erreicht wer­den kann.

Hörstörung

Sie kön­nen tem­po­rär oder dau­er­haft, beid- oder ein­sei­tig sowie fort­schrei­tend oder gleich­blei­bend auf­tre­ten. Bei der Aus­prä­gung unter­schei­det man je nach Hör­ver­lust in gering-, mit­tel oder hoch­gradig bzw. hör­res­tig.
Die Ursa­chen für Hörbeein­träch­tigungen sind viel­fäl­tig. Grund­le­gend unter­schei­det man dabei in ange­bo­re­ne oder nach der Geburt erwor­be­ne Hör­stö­run­gen. An der ent­spre­chen­den Ursa­che ori­en­tiert sich auch die jewei­li­ge The­ra­pie:

Je nach Hör­stö­rung kann eine medi­zinische The­ra­pie durch Medi­ka­men­te oder eine Ope­ra­ti­on, eine Ver­sor­gung mit Hör­ge­rä­ten (HDO = hin­ter dem Ohr- oder IDO = in dem Ohr-Gerä­te) oder einem Coch­lea Implan­tat sinn­voll sein. Die logo­pä­di­sche The­ra­pie rich­tet sich danach, ob die Hör­stö­rung vor, wäh­rend oder nach Abschluss des Sprach­er­werbs auf­ge­tre­ten ist. Beson­ders im Bereich der Ver­sor­gung mit Hör­ge­rä­ten bzw. einem Coch­lea Implan­tat darf ein logo­pä­di­sches Trai­ning des Gehörs einer­seits, die logo­pä­di­sche The­ra­pie zur Beglei­tung des Sprach­er­werbs ande­rer­seits nicht feh­len.

Dysgrammatismus

Die­ser Begriff beschreibt eine Beein­träch­tigung der Fähig­keit, sich durch grammati­kalisch geord­ne­te Struk­tu­ren aus­zu­drü­cken, d. h. das mor­pho­lo­gisch-syn­tak­ti­sche Regel­sys­tem (Wort­ge­stalt und Satz­bau) kann nicht norm­ge­recht ange­wen­det wer­den. Wör­ter oder Satz­tei­le wer­den aus­ge­las­sen, bestimm­te For­men (z. B. Verb­fle­xi­on, Plu­ral­bil­dung, Arti­kel, Akku­sa­tiv bzw. Dativ) wer­den falsch ver­wen­det und es tre­ten Pro­bleme auf, die Wör­ter im Satz rich­tig anzu­ord­nen.

Auch im regel­haf­ten Sprach­er­werb tre­ten Feh­ler bei der Pro­duk­ti­on gram­ma­ti­ka­li­scher Struk­tu­ren auf, aus denen ein Kind lernt und sich so wei­ter ent­wi­ckelt.

Der Begriff Dys­gram­ma­tis­mus be­schreibt Feh­ler im Erwerb gramma­tischer Struk­tu­ren, die von den Feh­lern im unge­stör­ten Erwerb der Gram­ma­tik abwei­chen. Damit ist die­ser auch gegen­über dem ver­zö­ger­ten Gram­matik­erwerb abzu­gren­zen, der eher in den Bereich der SEV gehört.

Auditive Wahrnehmungsschwäche

Die­se Auf­fäl­lig­keit beschreibt eine Schwä­che in der zen­tra­len Hör-Wahr­neh­mung und -ver­ar­bei­tung. Es liegt kei­ne Hör­stö­rung im Bereich der Reiz­auf­nah­me durch das Mit­tel­ohr vor (das Kind braucht also kein Hör­ge­rät), son­dern die Weiter­verarbeitung des akus­ti­schen Rei­zes im Gehirn ist gestört. Dies äußert sich durch Unsi­cher­hei­ten in den ver­schie­de­nen audi­tiven Teil­funk­tio­nen:

  • Audi­tive Auf­merk­sam­keit (Hin­wen­dung und Kon­zen­tra­ti­on auf einen audi­tiven Reiz)
  • Spei­che­rung und Sequenz (Hör-Merk-Span­ne)
  • Loka­li­sa­ti­on (Rich­tung und Ent­fer­nung von audi­tiven Rei­zen fest­stel­len)
  • Dis­kri­mi­na­ti­on (ähn­li­che audi­tive Rei­ze wie Lau­te oder Geräu­sche unter­schei­den)
  • Selek­ti­on (bedeu­tungs­vol­le Infor­ma­tio­nen von Stör­ge­räu­schen unter­schei­den)
  • Ana­ly­se (Wör­ter in Sil­ben und Sät­ze in Wör­ter zu zer­le­gen, bzw. ein­zel­ne Ele­men­te aus einer Gestalt, wie Lau­te aus einem Wort, heraus­hören)
  • Syn­the­se (aus ein­zel­nen Ele­men­ten eine kom­ple­xe Gestalt, z. B. aus Lau­ten ein Wort zusam­men set­zen)
  • Ergän­zung (unvoll­stän­di­ge audi­tive Vor­ga­ben, wie Wör­ter oder Sät­ze, sinn­voll ergän­zen)

Durch eine audi­tive Wahr­nehmungs­schwäche kön­nen sich Schwie­rig­kei­ten beim Sprach- oder Lese-Recht­schrei­b­­er­werb erge­ben. Bei Ver­dacht auf eine audi­tive Wahr­nehmungs­schwäche ist eine inten­si­ve Dia­gnos­tik durch eine HNO-Arzt bzw. Pho­nia­ter mit ein­ge­hen­den Hör­tests sinn­voll.

Aussprachestörung (Dyslalie)

Die­se Bezeich­nung wird häu­fig als Sam­mel­be­griff für die ver­schie­de­nen For­men von Aus­spra­che­stö­run­gen ver­wen­det. Sie umfasst alle Auf­fällig­keiten des Spre­chens, bei denen ein oder meh­re­re Lau­te nicht rich­tig aus­ge­spro­chen, Lau­te aus­ge­las­sen oder durch ande­re Lau­te ersetzt wer­den. Man unter­schei­det in par­ti­el­le (1-2 Lau­te), mul­ti­ple (3-5 Lau­te) und uni­ver­sel­le Dys­la­lie (mehr als 5 Lau­te sind betrof­fen). Man unter­schei­det die Aus­spra­che­stö­run­gen in

Pho­ne­ti­sche Stö­rung
(Stö­rung der Laut­bil­dung)

Ein Kind ist von sei­nen orga­ni­schen und moto­ri­schen Vor­aus­set­zun­gen und Fähig­kei­ten nicht in der Lage, bestimm­te Lau­te kor­rekt zu bil­den und ver­wen­det statt­des­sen ein­deu­ti­ge Ersatz­lau­te. Man spricht auch von einer Artikulations­störung.

Pho­no­lo­gi­sche Stö­rung
(Stö­rung der Lau­t­an­wen­dung)

Pho­no­lo­gie ist das Wis­sen dar­über, an wel­cher Stel­le im Wort wel­cher Laut gespro­chen wer­den muss. Dazu gehört auch die Fähig­keit, ver­schie­de­ne, auch ähn­lich klin­gen­de Lau­te von­ein­an­der unter­schei­den zu kön­nen. Sind die­se Vorraus­set­zun­gen nicht gege­ben, kann es dazu kom­men, dass Kin­der beim Spre­chen Lau­te ver­än­dern, aus­las­sen oder durch ande­re erset­zen, obwohl sie von ihren moto­ri­schen Vorraus­setzungen durch­aus in der Lage wären, die­se Lau­te kor­rekt zu bil­den. Auch im regel­haf­ten Laut­sprach­er­werb tre­ten Feh­ler bei der Aus­spra­che auf, aus denen ein Kind lernt und sich so wei­ter ent­wi­ckelt.

Der Begriff Pho­no­lo­gi­sche Stö­rung beschreibt Feh­ler im pho­no­lo­gi­schen Erwerb, die von den Feh­lern im unge­stör­ten pho­no­lo­gi­schem Erwerb abwei­chen. Damit ist die­ser auch gegen­über der pho­no­lo­gi­schen Ver­zö­ge­rung abzu­gren­zen, die eine zeit­li­che Abwei­chung der nor­ma­len Ent­wick­lung beschreibt.

Dys­prak­ti­sche Stö­rung
(Stö­rung der Koor­di­na­ti­on & Pla­nung)

Eine dys­prak­ti­sche Stö­rung beruht auf einer Einschränkung in der Fähigkeit, die Bewe­gun­gen der Arti­ku­la­ti­on zur Bil­dung von Lau­ten und Laut­fol­gen ange­mes­sen zu koor­di­nie­ren – das heißt, dass vor­wie­gend die Ver­wirk­li­chung von Laut­wech­seln erschwert ist. Die Störung der Laut­bil­dung ist hier­bei abhängig vom Kon­text.

Störungen im Schriftspracherwerb

Die­se Beschrei­bung umfasst alle Schwä­chen beim Erler­nen von Lesen und Recht­schrei­ben. Die Defi­ni­ti­on „Leg­asthe­nie“ beschreibt eine Schwä­che beim Erler­nen von Lesen, Schrei­ben und Recht­schrei­ben, die weder auf eine all­ge­mei­ne Beein­träch­ti­gung der geis­ti­gen Ent­wick­lung noch auf unzu­länglichen Unter­richt zurück­ge­führt wer­den kann (ICD; DSM). Wohin­ge­gen der Begriff „Lese-Recht­schreib-Schwä­che“ eine Ein­schrän­kung der Fähig­kei­ten im Schrift­sprach­er­werb aus unter­schied­li­chen Grün­den annimmt: im Rah­men einer all­ge­mei­nen Minder­begabung, bei nor­ma­len Lern­voraus­setzungen aus Grün­den, die nicht im Kind lie­gen (z.B. Vernach­lässigung, Erziehungs­schwierigkeiten) oder durch eine Teilleistungs­schwäche der Wahr­neh­mung und der Moto­rik. Typi­sche Feh­ler bei einer Lese-Recht­schreib-Schwä­che sind:

  • Ver­wechs­lung von Buch­sta­ben, die sich in der Raum­la­ge oder Form­de­tails unter­schei­den
  • Ver­tau­schung von Buch­sta­ben im Wort
  • Ver­wechs­lung von ähn­li­chen Lau­ten
  • Buch­sta­bener­gän­zun­gen und -aus­las­sun­gen
  • Feh­ler bei der Groß- und Klein­schrei­bung
  • Gebrauch von Dop­pel­kon­so­nan­ten
  • Vokal­deh­nun­gen

Dazu kom­men häu­fig noch Konzen­trations­störungen, Schwä­chen der Lern­mo­ti­va­ti­on und emo­tio­na­le Auffällig­keiten. Die Stö­run­gen des Schrift­sprach­erwerbs sind lei­der nicht als Indi­ka­ti­on für logo­pä­di­sche The­ra­pie im Leistungs­katalog der Kranken­kassen aner­kannt. Sind die­se Auffällig­keiten jedoch auf eine audi­tive Wahr­nehmungs­schwäche oder eine ehe­ma­li­ge Sprach­entwicklungs­verzögerung zurück­zu­füh­ren, fal­len sie in den Zuständig­keits­bereich der Logo­pä­die.

Myofunktionelle Störung (MFS)

… beschreibt eine Mus­kel­funk­ti­ons­schwä­che bzw. unaus­geglichene Muskel­spannungs­verhältnisse im Gesichts­be­reich und Mund­raum. Eini­ge Mus­keln kön­nen zu schwach, ande­re zu stark aus­ge­bil­det sein. Dar­aus resul­tiert zumeist eine ein­ge­schränk­te Moto­rik der Zun­ge, Lip­pen und des Gaumen­segels, sowie der gesam­ten Gesichts­muskulatur. Wei­ter­hin besteht häu­fig eine man­geln­de tak­til-kin­äs­­the­ti­sche Wahr­neh­mung im Mund­raum.

Fol­gen kön­nen unter ande­rem ein feh­ler­haf­tes Kau- und Schluck­muster, eine inkor­rek­te Zungen­ruhelage und häu­fig auch Stö­run­gen in der Laut­bildung, ins­be­son­de­re der Zisch­lau­te, sein.

Lang­fris­ti­ge Fol­ge­schä­den kön­nen sich in Form von Zahn- und Kiefer­stellungs­anomalien zei­gen, die neben der logo­pä­di­schen The­ra­pie auch einer kiefer­orthopädischen Behand­lung bedür­fen. Die The­ra­pie besteht aus Übun­gen zur Kräf­ti­gung von Lip­pen und Zungen­muskulatur, Ver­bes­se­rung der Wahr­nehmung im Mund­raum, Erar­beitung eines kor­rek­ten Schluck­musters, sowie Ange­wöhnung der kor­rek­ten Zungen­ruhelage.

Stimmstörungen (Dysphonie)

Schon im Kin­des­al­ter kön­nen Stö­run­gen der Stimm­funk­ti­on auf­tre­ten, die ent­we­der orga­nisch oder funk­tio­nell, durch einen unöko­no­mi­schen Gebrauch der Stim­me bedingt sein kön­nen. Die Auf­fäl­lig­kei­ten äußern sich zumeist durch Hei­ser­keit, ein ein­ge­schränk­tes Stimm­volumen oder eine zu hohe oder zu tie­fe Sprech­stimm­lage. Wei­ter­hin sind ein Räus­per­zwang, sowie Miss­empfindungen und Schmer­zen im Kehl­kopf­be­reich mög­lich.

Beson­ders häu­fig sind die so genann­ten „Schrei­knöt­chen“, die durch einen über­mä­ßi­gen und schad­haf­ten Ein­satz der Stim­me her­vor­ge­ru­fen wer­den kön­nen. Bei einem so „erlern­ten“ oder bes­ser „ange­wöhn­ten“ Miss­brauch der Stim­me über Jah­re hin­weg, kann die Stimm­störung auch im Erwachsenen­alter noch wei­ter be- oder wie­der ent­ste­hen. Eine früh­zei­ti­ge The­ra­pie hin­sicht­lich eines bewuss­ten und ange­mes­se­nen Ein­sat­zes der Stim­me ist somit not­wen­dig und sinn­voll.

Näseln (Rinophonie/Rhinolalie)

Rhi­no­pho­nie
Der Nasen­ra­chen­raum ist zu inten­siv (offe­nes Näseln) oder zu wenig (geschlos­se­nes Näseln) an der Klang­bildung des Spre­chens betei­ligt. Bei einem offe­nen Näseln (Rhi­no­pho­nia aper­ta) schließt das Velum (Gau­men­se­gel) nur unvoll­stän­dig mit der Rachen­hinterwand ab, so dass beim Spre­chen zu viel Luft durch die Nase ent­weicht. Beim geschlos­se­nen Näseln ist zumeist der Nasen­rachen­raum ver­legt oder ver­engt, so dass beim Spre­chen der Nasal­lau­te kei­ne oder zu wenig Luft durch die Nase ent­wei­chen kann. Bei­de For­men kön­nen auch gemein­sam auf­tre­ten und wer­den dann gemisch­tes Näseln (Rhi­no­pho­nia mix­ta) genannt. Die­sen Auf­fäl­lig­kei­ten kön­nen sowohl funk­tio­nel­le als auch orga­ni­sche Ursa­chen zugrun­de lie­gen.
Vor einer logo­pä­di­schen The­ra­pie soll­ten die orga­ni­schen Ursa­chen durch eine ein­ge­hen­de ärzt­li­che Dia­gnos­tik abge­klärt und gege­be­nen­falls behan­delt wer­den.

Rhi­no­la­lie
Eine Rhi­no­la­lie kann sowohl in Zusammen­hang mit einem offe­nen, als auch bei einem geschlos­se­nen Näseln auf­tre­ten. Hier kommt es neben der klang­li­chen Ver­än­de­rung des Spre­chens auch zu einer Vern­de­rung der Laut­bildung. Dabei wer­den zumeist kom­pen­sa­to­risch Lau­te rück­ver­la­gert, um eine Luft­flucht durch die Nase zu ver­mei­den (offe­nes Näseln) oder Nasal­lau­te durch Plo­siv­lau­te (geschlos­se­nes Näseln) ersetzt.

Redeunflüssigkeiten (Stottern/Poltern)

Stot­tern
Beim Stot­tern ist der Fluss des Spre­chens unab­hän­gig vom Wil­len des Spre­chers durch Wie­der­ho­lun­gen von Lau­ten, Sil­ben oder Wör­tern, Deh­nun­gen von Wör­tern oder durch Blo­ckie­rung gehemmt oder unter­bro­chen. In einem Alter zwi­schen drei und fünf Jah­ren tre­ten bei 80 % aller Kin­der Sprech­unflüssigkeiten auf. Dies nennt man phy­sio­lo­gi­sches Stot­tern, wel­ches zumeist ein locke­res und kur­zes Wie­der­ho­len von Wör­tern und Sil­ben ist, eine Art „Hän­gen blei­ben“, ohne sicht­ba­re Sprech­anstrengung. Das Kind zeigt kaum Störungs­bewusstsein und es gibt auch Pha­sen ohne Stot­tern. Es besteht nicht län­ger als ein hal­bes Jahr und ent­wi­ckelt sich von allei­ne zurück.

Es gibt aller­dings unter­schied­li­che Fak­to­ren, die ein Bestehen blei­ben der Stotter­symptome über das physio­logische Stot­tern hin­aus begüns­ti­gen, so dass sich ein chro­ni­sches Stot­tern ent­wi­ckeln kann. Dies kann sich bis ins Erwachsenen­alter tief in die Per­sön­lich­keit aus­wir­ken. Daher ist es sinn­voll sich hin­sicht­lich der bestehen­den Auf­fäl­lig­keit von einem Logo­pä­den ein­ge­hend bera­ten zu las­sen. Da die Ursa­chen und Fol­gen eines Stot­terns sehr unter­schied­li­cher Art sein kön­nen, sind hier­bei die Gren­zen der Auf­ga­ben­ge­bie­te von Logo­pä­die und Psy­cho­lo­gie flie­ßend.

Pol­tern
Pol­tern ist eine Redefluss­störung, die durch eine über­stürzte und unregel­mäßige Sprech­wei­se gekenn­zeichnet ist und somit zu einer Beein­trächtigung der Ver­ständ­lich­keit führt. Sie kann sich nicht nur durch Unsi­cher­hei­ten auf der sprach­li­chen, son­dern auch auf kogni­ti­ver, prag­matischer und moto­ri­scher Ebe­ne äußern. Die Sprech­unflüssig­keiten zei­gen sich haupt­säch­lich in einem sehr hohen Sprech­tem­po, bei dem ein­zel­ne Sil­ben wer­den ver­schluckt oder „ver­has­pelt“ wer­den, so dass das Spre­chen undeut­lich und „ver­wa­schen“ klingt. Wei­ter­hin wer­den häu­fig Sät­ze und Wör­ter wieder­holt oder neu ange­setzt, wel­ches eine Stö­rung im Satz­bau hervor­ruft. Das Spre­chen wirkt jedoch locker ohne Anstren­gung und Störungs­bewusstsein des Spre­chers. Vie­le pol­tern­de Men­schen glau­ben nor­mal zu spre­chen, und sind erstaunt, wenn sie auf ihre Sprach- und Sprech­unsicherheiten auf­merk­sam gemacht wer­den.

Bei­de For­men der Rede­fluss­stö­run­gen kön­nen gleich­zei­tig auf­tre­ten, wobei meist eine im Vor­der­grund steht.

Auffälligkeiten im Jugendlichen- und Erwachsenenalter

Aphasie

Unter dem Begriff Apha­sie ver­steht man eine zen­tra­le Sprach­störung auf Grund einer Hirn­schädigung (z. B. Schlag­anfall, Hirn­tumor, Ent­zün­dungen des Gehirns, Trau­ma­ta) nach Abschluss des Sprach­erwerbs. Sie kann zu Pro­blemen in der ver­ba­len Kommu­nikation füh­ren und enor­me psy­cho­so­zia­le Fol­gen haben. Bei einer apha­si­schen Stö­rung kön­nen die verschie­denen Kompo­nenten des Sprach­systems betrof­fen sein: Phono­logie (das Wis­sen dar­um, an wel­cher Stel­le im Wort wel­cher Buch­sta­be ste­hen muss), Wort­schatz, Satz­bau und Wort­bedeutung (Seman­tik). Die­se Form von Sprach­störun­gen kön­nen sich auf alle expres­si­ve und rezep­ti­ve sprach­liche Ebe­nen erstre­cken: auf Spre­chen und Ver­stehen, sowie aufs Lesen und Schrei­ben. Je nach Lokali­sation der Hirn­schädigung bzw. Art der Sym­pto­me unter­scheidet man in ver­schie­de­ne For­men. So gibt es z. B. eine glo­ba­le Apha­sie, die Wer­ni­cke- und Bro­ca-Apha­sie und die amnes­ti­sche Apha­sie. Der Ort und das Aus­maß der Schä­digung sind ent­schei­dend für Art und Schwere­grad der Apha­sie und haben eben­falls Ein­fluss auf die Pro­gno­se in der The­ra­pie.

Häu­fig gehen mit einer apha­si­schen Sprach­störung neu­ro­lo­gi­sche Begleit­symptome ein­her. So kann eine Halb­seiten­lähmung, Fazialis­parese (Gesichts­läh­mung) oder eine Ein­schrän­kung des Sicht­fel­des auf­tre­ten. Apha­si­en zei­gen sich iso­liert oder in Verbin­dung mit ande­ren logo­pä­di­schen Störungs­bildern, wie der Dys­ar­thrie, der Sprech­apraxie oder einer Dys­pha­gie.

Laryngektomie (Kehlkopfentfernung)

Bei einer Laryng­ektomie wird, auf­grund einer Krebs­erkrankung, der Kehl­kopf teil­wei­se oder kom­plett ent­fernt. Bei einer tota­len Laryng­ektomie wird der Atem- und Spei­se­weg getrennt, so dass der Pati­ent nicht wie zuvor durch Mund und Nase atmet, son­dern durch ein Tracheo­stoma (Atem­öff­nung am Hals). Aus die­sem Grun­de kann die Atem­luft nicht mehr für die Stimm­gebung genutzt wer­den. Ohne Kehl­kopf kei­ne Stim­me – und den­noch ord­net man die­sen Bereich den Stimm­störungen zu, zumal die The­ra­pie dar­in besteht, diver­se Ersatz­stimmen als Kompen­sation zu erar­bei­ten: Bekommt der Pati­ent ein Shunt-Ven­til ein­ge­setzt, mit dem die Luft in die Speise­röhre gelenkt wird, kann er durch eine Schleim­haut­schwingung einen stimm­ähnlichen Ton erzeu­gen.

Wei­ter­hin besteht die Mög­lich­keit der Ver­wen­dung eines Ser­vox-Sprech­­ge­rä­tes, eine elektro­nische Ersatz­stimme. Dies erzeugt von außen Schwin­gun­gen der Mund­boden­schleim­haut und bil­det somit eine Ersatz­stimme. Die­se klingt lei­der sehr künst­lich, bie­tet aber den­noch oft rasche Hil­fe.

Die drit­te Möglich­keit der Ton­ge­bung ist die so genann­te Oesophagus­stimme, die Speise­röhren­ersatz­stimme. Hier drückt der Pati­ent Luft aus dem Mund in die Speise­röhre und gibt die­se sofort wie­der ab, so dass ein Ton ent­steht, der dem Auf­sto­ßen ähnelt.

Dysarthrophonie

Hier­bei han­delt es sich um erwor­be­ne neu­ro­ge­ne Sprech- bzw. Stimm­störungen, die durch eine Schä­di­gung des Nerven­systems ver­ur­sacht wer­den. Sie beru­hen auf einer Beein­träch­tigung der Steue­rung und Aus­führung von Sprech­bewegungen bzw. der Stimm­produktion, d. h. die Über­tragung kor­rekt geplan­ter neu­ro­na­ler Signa­le auf die Mus­ku­la­tur ist gestört.

Die Dys­ar­tro­pho­nie zeigt neben der verwa­schenen Arti­ku­la­ti­on Verän­der­ungen im Sprech­tempo und in der Sprech­atmung sowie auch Auffällig­keiten in der Stimm­qualität. Wie bei den apha­si­schen Stö­run­gen unter­scheidet man auch hier je nach Ort der Schä­di­gung bzw. Art der Sym­pto­me in ver­schie­den For­men mit unter­schied­lichen Therapie­schwer­punkten.

Näseln (Rinophonie)

Auch im Erwach­se­nen­al­ter kann ein „Näseln“ auf­tre­ten. Die Auf­fäl­lig­kei­ten ähneln stark denen im Kin­des­al­ter, sind aber oft ande­rer Ursa­che. Eben­falls ist hier der Nasen­ra­chen­raum ent­we­der zu inten­siv (offe­nes Näseln) oder zu wenig (geschlos­se­nes Näseln) an der Klang­bil­dung des Spre­chens betei­ligt.

Bei einem offe­nen Näseln (Rhi­no­pho­nia aper­ta) schließt das Velum (Gau­men­se­gel) nur unvoll­stän­dig mit der Rachen­hin­ter­wand ab, so dass beim Spre­chen zu viel Luft durch die Nase ent­weicht. Beim geschlos­se­nen Näseln ist zumeist der Nasen­ra­chen­raum ver­legt oder ver­engt, so dass beim Spre­chen der Nasal­lau­te kei­ne oder zu wenig Luft durch die Nase ent­wei­chen kann.

Bei­de For­men kön­nen auch gemein­sam auf­tre­ten und wer­den dann gemisch­tes Näseln (Rhi­no­pho­nia mix­ta) genannt. Die­sen Auf­fäl­lig­kei­ten kön­nen sowohl funk­tio­nel­le als auch orga­ni­sche Ursa­chen zugrun­de lie­gen. Vor einer logo­pä­di­schen The­ra­pie soll­ten die orga­ni­schen Ursa­chen durch eine ein­ge­hen­de ärzt­li­che Dia­gnos­tik abge­klärt und ggf. behan­delt wer­den.

Sprechapraxie

Die Sprech­a­pra­xie ist eine erwor­be­ne zen­tral-moto­ri­sche Stö­rung des Spre­chens, bei der eine „Stö­rung der Pro­gram­mie­rung von Sprech­be­we­gun­gen“ ange­nom­men wird. Sie geht auf eine Hirn­schä­di­gung durch Schlag­an­fall, Schä­del-Hirn-Trau­ma oder zen­tra­le Dege­ne­ra­tio­nen zurück.

Die Fol­gen einer Sprech­a­pra­xie sind eine unflüs­si­ge Sprech­wei­se und Stö­run­gen in den Laut­struk­tu­ren. Auf­fäl­lig sind häu­fig Such­be­we­gun­gen der Zun­ge und Lip­pen, sowie eine gro­ße Anstren­gung beim Spre­chen.

Redeunflüssigkeiten (Stottern/Poltern)

Stot­tern
Das chro­ni­sche Stot­tern im Erwach­se­nen­al­ter beruht über­wie­gend auf einem aus dem Vor­schul­al­ter ent­stan­de­nen Stot­tern. Neu auf­tre­ten­de Sprech­un­flüs­sig­kei­ten kön­nen in Form eines neu­ro­ge­nen Stot­terns nach einer Hirn­ver­let­zung beob­ach­tet wer­den. Beim Stot­tern ist der Fluss des Spre­chens unab­hän­gig vom Wil­len des Spre­chers durch Wie­der­ho­lun­gen von Lau­ten, Sil­ben oder Wör­tern, Deh­nun­gen von Wör­tern oder durch Blo­ckie­rung gehemmt oder unter­bro­chen. Hin­zu­kom­men kön­nen zahl­rei­che Begleit­sym­pto­me (von Mit­be­we­gun­gen bis hin­zu Ver­mei­de­ver­hal­ten), die sich bei jedem stot­tern­den Men­schen in einer indi­vi­du­el­len kom­ple­xen Form zei­gen und enor­me Aus­wir­kun­gen auf des­sen Lebens­kon­zept und die Per­sön­lich­keit haben kön­nen. Da die Ursa­chen und Fol­gen eines Stot­terns sehr unter­schied­li­cher Art sein kön­nen sind hier die Gren­zen der Auf­ga­ben­ge­bie­te von Logo­pä­die und Psy­cho­lo­gie hier flie­ßend.

Pol­tern
Pol­tern ist eine Rede­fluss­stö­rung, die durch eine über­stürz­te und unre­gel­mä­ßi­ge Sprech­wei­se gekenn­zeich­net ist und somit zu einer Beein­träch­ti­gung der Ver­ständ­lich­keit führt. Sie kann sich nicht nur durch Unsi­cher­hei­ten auf der sprach­li­chen, son­dern auch auf kogni­ti­ver, prag­ma­ti­scher und moto­ri­scher Ebe­ne äußern. Die Sprech­un­flüs­sig­kei­ten zei­gen sich haupt­säch­lich in einem sehr hohen Sprech­tem­po, bei dem ein­zel­ne Sil­ben wer­den ver­schluckt oder „ver­has­pelt“ wer­den, so dass das Spre­chen undeut­lich und „ver­wa­schen“ klingt. Wei­ter­hin wer­den häu­fig Sät­ze und Wör­ter wie­der­holt oder neu ange­setzt, wel­ches eine Stö­rung im Satz­bau her­vor­ruft. Das Spre­chen wirkt jedoch locker ohne Anstren­gung und Stö­rungs­be­wusst­sein des Spre­chers. Vie­le pol­tern­de Men­schen glau­ben nor­mal zu spre­chen, und sind erstaunt, wenn sie auf ihre Sprach- und Spre­ch­un­si­cher­hei­ten auf­merk­sam gemacht wer­den.

Bei­de For­men der Rede­fluss­stö­run­gen kön­nen gleich­zei­tig auf­tre­ten, wobei meist eine im Vor­der­grund steht.

Schluckstörung (Dysphagie)

Unter einer Dys­pha­gie ver­steht man eine Stö­rung der Auf­nah­me, der Zer­klei­ne­rung oder des Trans­por­tes von Nah­rung und Flüs­sig­kei­ten (ein­schließ­lich Spei­chel und Sekret) im Mund-Rachen­raum bis zur Spei­se­röh­re. Zumeist durch eine Hirn­schä­di­gung ist der mus­ku­lär und neu­ro­nal höchst kom­ple­xe Schluck­vor­gang so gestört, dass es zum Ver­schlu­cken oder zu Miss­emp­fin­dun­gen kom­men kann.

Die Fol­gen z. B. eine Lun­gen­ent­zün­dung kön­nen für die Betrof­fe­nen lebens­be­droh­lich sein. Daher ist es wich­tig eine Schluck­stö­rung früh zu erken­nen und durch eine logo­pä­di­sche The­ra­pie gezielt zu behan­deln. Dabei wer­den zunächst die not­wen­di­gen Vor­aus­set­zun­gen für ein gesun­des Schlu­cken geschaf­fen – begin­nend bei der Hal­tung und der Mus­kel­span­nung – und die Schutz­me­cha­nis­men trai­niert (Hus­ten­re­flex). Danach wird abhän­gig von der gestör­ten Pha­se der Schluck­ab­lauf gezielt trai­niert.

Myofunktionelle Störung (MFS)

… beschreibt eine Mus­kel­funk­ti­ons­schwä­che bzw. unaus­ge­gli­che­ne Mus­kel­span­nungs­ver­hält­nis­se im Gesichts­be­reich und Mund­raum. Eini­ge Mus­keln kön­nen zu schwach, ande­re zu stark aus­ge­bil­det sein. Dar­aus resul­tiert zumeist eine ein­ge­schränk­te Moto­rik der Zun­ge, Lip­pen und des Gau­men­se­gels, sowie der gesam­ten Gesichts­mus­ku­la­tur. Wei­ter­hin besteht häu­fig eine man­geln­de tak­til-kin­äs­the­ti­sche Wahr­neh­mung im Mund­raum.

Fol­gen kön­nen unter ande­rem ein feh­ler­haf­tes Kau- und Schluck­mus­ter, eine inkor­rek­te Zun­gen­ru­he­la­ge und häu­fig auch Stö­run­gen in der Laut­bil­dung, ins­be­son­de­re der Zisch­lau­te, sein.

Lang­fris­ti­ge Fol­gen­schä­den kön­nen sich in Form von Zahn- und Kie­fer­stel­lungs­an­oma­lien zei­gen, die neben der logo­pä­di­schen The­ra­pie auch einer kie­fer­or­tho­pä­di­schen Behand­lung bedür­fen. Die The­ra­pie besteht aus Übun­gen zur Kräf­ti­gung von Lip­pen und Zun­gen­mus­ku­la­tur, Ver­bes­se­rung der Wahr­neh­mung im Mund­raum, Erar­bei­tung eines kor­rek­ten Schluck­mus­ters, sowie Ange­wöh­nung der kor­rek­ten Zun­gen­ru­he­la­ge.

Stimmstörungen (Dysphonien) - funktionell bedingt - organisch bedingt - psychogen bedingt

Ein­tei­lun­gen der Stimm­stö­run­gen (Dys­pho­nien):

Funk­tio­nell beding­te Stimm­stö­rung
Der Bereich der funk­tio­nell beding­ten Stimm­stö­run­gen umschreibt Stö­run­gen der Stim­me und des Stimm­ge­brauchs, die nicht orga­ni­scher Ursa­che sind, son­dern durch eine unöko­no­mi­sche Nut­zung der Stim­me ent­ste­hen. Die­se funk­tio­nel­len Abwei­chun­gen der Stimm­ge­bung kön­nen im Sin­ne eines „zu viel“ als hyper­funk­tio­nel­le Dys­pho­nien oder im Sin­ne eines „zu wenig“ als hypo­funk­tio­nel­le Dys­pho­nie auf­tre­ten. Hier­durch kön­nen Sym­pto­me wie Hei­ser­keit, ein­ge­schränk­tes Stimm­vo­lu­men, zu hohe oder zu tie­fe Sprech­stimm­la­ge ent­ste­hen. Wei­ter­hin sind ein Räus­per­zwang, sowie Miss­emp­fin­dun­gen und Schmer­zen im Kehl­kopf­be­reich mög­lich.
Betrof­fe­ne Grup­pen sind Sprech­be­ruf­ler wie Leh­re­rIn­nen, Erzie­he­rIn­nen, Ver­käu­fe­rIn­nen und auch Sän­ge­rIn­nen.

Orga­nisch beding­te Stimm­stö­rung
Bei die­ser Form der Stimm­stö­run­gen tre­ten an den Stimm­lip­pen, den Knor­peln, der Schleim­haut oder den Mus­keln des Kehl­kopfes orga­ni­sche Ver­än­de­run­gen (z. B. Zys­ten, Poly­pen, Gra­nu­lo­me) auf, die zu einer Beein­träch­ti­gung der Stimm­funk­ti­on füh­ren kön­nen. Sol­che orga­ni­schen Ver­än­de­run­gen, ins­be­son­de­re die Stimm­lip­pen­knöt­chen, kön­nen aber auch die Fol­ge einer funk­tio­nel­len Beein­träch­ti­gung der Stim­me sein. Eine beson­ders häu­fi­ge Form der orga­ni­schen Stimm­stö­rung ist die Stimm­band­läh­mung (Recur­ren­spa­re­se): Sie tritt klas­si­scher Wei­se nach einer Ope­ra­tio­nen im Hals­be­reich (z. B. Schild­drü­se) auf, bei der es zu einer Schä­di­gung des Ner­vens kommt, der die Stimm­lip­pen inner­viert. Je nach Art und Ursa­che der Stimm­stö­rung kann eine medi­zi­ni­sche The­ra­pie, auch in Form einer Ope­ra­ti­on erfor­der­lich sein. Fast immer ist zusätz­lich eine logo­pä­di­sche The­ra­pie not­wen­dig um wie­der eine opti­ma­le Stimm­funk­ti­on zu errei­chen und zu sta­bi­li­sie­ren.

Psy­cho­gen beding­te Stimm­stö­rung
Bei der psy­cho­gen beding­ten Stimm­stö­rung tre­ten Stimm­be­schwer­den, häu­fig eine star­ke Hei­ser­keit, auf, die nicht auf eine orga­ni­sche oder funk­tio­nel­le Ursa­che zurück­ge­führt wer­den kön­nen. Die psy­cho­ge­ne Dys­pho­nie kann ein Aus­druck psy­cho­so­ma­ti­scher bzw. psy­cho­so­zia­ler Ver­än­de­run­gen sein und durch psy­chi­sche Belas­tung oder Stress­si­tua­tio­nen aus­ge­löst wer­den. Eine beglei­ten­de psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Bera­tung oder The­ra­pie ist meis­tens sinn­voll.

Hörstörungen

Hör­stö­run­gen kön­nen ein­ge­teilt wer­den in Schall­leitungsstörungen (Wei­ter­lei­tung des Schalls ist durch Stö­run­gen an der Ohr­muschel, dem Gehör­gang, dem Trommel­fell oder dem Mittel­ohr ein­ge­schränkt) und Schall­emp­fin­dungs­störungen (Emp­fin­dung des Schalls ist durch Stö­run­gen im Innen­ohr, der Hör­bahn oder der Hör­rinde ein­ges­chränkt). Sie kön­nen tem­po­rär oder dauer­haft, beid- oder ein­sei­tig sowie fort­schrei­tend oder gleich blei­bend auf­tre­ten. Bei der Aus­prä­gung unter­schei­det man je nach Hör­ver­lust in gering-, mit­tel oder hoch­gra­dig bzw. hör­res­tig.

Die Ursa­chen für Hörbeeint­rächti­gungen sind viel­fältig. An der ent­sprech­en­den Ursa­che ori­en­tiert sich auch die jewei­li­ge The­ra­pie: Je nach Hör­störung kann eine medi­zinische The­ra­pie durch Medi­ka­men­te oder eine Ope­ra­ti­on oder eine Versor­gung mit Hör­geräten (HDO = hin­ter dem Ohr- oder IDO = in dem Ohr-Gerä­te) sinn­voll sein. Auch das Coch­lea-Implan­tat wird im Erwachsen­enalter implan­tiert. Bei Hör­störungen, die nach Abschluss der Sprach­ent­wick­lung auf­tre­ten ist das pri­mä­re Ziel der logo­pä­di­schen The­ra­pie ein differen­ziertes Trai­ning hin­sicht­lich der neu­en Hör­eindrücke und der Erhalt der sprach­lichen Fähig­kei­ten.